Buch

Ilse Campbell

Autorin

Tikwa heißt Hoffnung

Susanne will nur vorübergehend in einem Kibbuz arbeiten, verliebt sich jedoch in den Kibbuznik Schalom. Sie bleibt in Israel und heiratet ihn. Mit der Geburt ihrer Tochter beginnt eine glückliche Zeit, die endet, als Schalom in den Libanonkrieg eingezogen wird. Als er zurückkehrt, ist nichts mehr wie zuvor.

Hilflos muss Susanne zusehen, wie ihr schwer traumatisierter Mann sich selbst und die Familie verliert. Susanne muss begreifen, dass sie keine Chance haben, in einem Land Frieden zu finden, in dem es keinen Frieden gibt. Als sie eine Entscheidung trifft, ist es fast zu spät …

 

Vor dem Hintergrund einer tragischen Liebesgeschichte gibt die Autorin faszinierende Einblicke in Arbeit und Leben in einem Kibbuz in den späten 70er Jahren. Sie zeigt kundig den israelischen Alltag, Kultur und Traditionen Tel Avivs und die oftmals naive Suche nach der idealen Lebensform im Kibbuz auf. Dabei werden Land und Leute, diese exotische und fremde Welt, vor den Augen des Lesers lebendig und innerhalb kürzester Zeit zu einem vertrauten Ort, so, als wäre man selbst in Israel, wandere durch die Plantagen des Kibbuz oder durch die hektischen Straßen von Tel Aviv.

Die Geschichte einer großen Liebe, eines verheerenden Krieges und vom Erwachsenwerden mit all seinen Konsequenzen, erzählt Ilse Campbell eindringlich und sanft, in einer Erzählweise liebevoller Ironie, die einem die Protagonisten ans Herz wachsen lässt, ohne sie zu verkitschen. Ein bittersüßer Roman über ein faszinierendes Land.